Mir Gutes tun

BALANCE FINDEN: Dauerhafter Stress macht uns krank. Umso wichtiger ist es, dass wir uns er­holen – jeder auf seine Weise. Das passiert aber nicht von allein: Um Ruhe zu finden, müs­sen wir wieder lernen, uns aus­zu­ba­lan­cieren. Die vhs hilft dabei mit einer Kurs­vielfalt, die jedem Typ gerecht wird.
TEXT: Tobias Lehra FOTOS: Gettyimages

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig entspannt? Viele sind da gedanklich schnell beim zurückliegenden Urlaub – fernab beruflicher Verpflichtungen, endlich mal mit Zeit für die schönen Dinge im Leben. Außerhalb der Ferien si­nd Ruhe und Entspannung für viele von uns jedoch fremd geworden. Stattdessen hecheln wir immer mehr durch den Alltag und versuchen all dem gerecht zu werden, was an uns zerrt. Das Leben ist damit in eine Schieflage geraten – begleitet von einem Gefühl der Überforderung. Und das kann krank machen: Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Motivationslosigkeit und schlimmstenfalls ein Burnout, der inzwischen fast zur Volkskrankheit geworden ist, sind mögliche Folgen von dauerhaftem Stress.


AKTIV ENTSPANNUNG FINDEN

Umso wichtiger ist es, sich im Alltag etwas Gutes zu tun und die (Work-Life-) Balance wiederherzustellen. „Entspannung gelingt aber nicht einfach so“, sagt Kirstin Kerber, verantwortlich bei der vhs für den Bereich Gesundheit. „Man muss etwas dafür tun.“ Und hier liegt die Crux: Für manche fühlt sich das fast wie Arbeit an, wie ein zusätzlicher Termin, eine weitere Belastung im hektischen Alltag. Viel leichter fällt es da, unser Bedürfnis nach Ruhe und Regeneration zu ignorieren und sich mit einem „Ich habe keine Zeit“ zu beruhigen – in Wirklichkeit aber sich zu belügen. Wir sollten daher wieder lernen, uns aktiv zu entspannen. Und das heißt auch, Prioritäten zu setzen – und sich Zeit zu nehmen.


ENTSPANNUNG IST INDIVIDUELL

Wie aber erholt man sich am besten? Entspannung ist nicht gleich Entspannung. Was für den einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch für den anderen das Richtige sein. Während manche hervorragend beim Nichtstun, etwa im Schaumbad, relaxen, entspannen andere erst, wenn sie sich beim Sport verausgaben – so paradox das für manchen auch klingen mag. Abwegig ist es aber keinesfalls. Denn jeder Mensch ist anders und so auch der Weg, wie er am besten entspannt. Bevor man sich also in einen neuen Freizeitausgleich stürzt, sollte man erst einmal in sich hineinhorchen, was für ein Typ man ist. (Mehr dazu hier)

"WIR ZEIGEN IHNEN WIE'S GEHT

WER IST "WIR"

Es sind jedes Semester bis zu 800 Professor*innen, Lehrer*innen, Trainer*innen, Coaches, Künstler*innen und Musiker*innen aus den verschiedensten Fachrichtungen, die unsere vhs-Kurse leiten. Allen gemeinsam ist ein herausragender Wissensstand in ihrem Fachgebiet und die Fähigkeit, dieses Wissen verständlich zu vermitteln. Ebenso ist eine strikte politische, weltanschauliche und religiöse Neutralität selbstverständlich. Um dies zu sichern, unterzieht die vhs alle potentiellen Kursleitungen einem umfangreichen Qualitätssicherungsverfahren mit dem Ergebnis, dass Ihnen nur die Besten „zeigen, wie’s geht“.

WOHLFÜHL-TYP

Wie der Name schon vermuten lässt: Sich etwas Gutes zu tun, steht beim Wohlfühl-Typ ganz oben auf der Liste. Nicht selten geht das mit einem Faible für einen gesunden und achtsamen Lebensstil einher. „Es geht darum, Stress abzubauen, den Körper positiv wahrzunehmen, die eigene Kraft zu spüren und sich ausgewogen zu ernähren“, so Kerber. Und die Wege und Möglichkeiten, sich etwas Gutes zu tun, können ganz verschieden sein, wie das Kursprogramm der vhs zeigt: Ob bei einer sanften Massage, einer beruhigenden Meditation oder aber beim Yoga. Das Gute daran ist, dass man die meisten Entspannungs- und Meditationstechniken immer und überall ausführen kann.

Gerade Yoga und Pilates erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn viele verstehen beides inzwischen als das, was sie sind: Entspannungsverfahren, die helfen, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Und als solche werden sie auch an der vhs gelehrt: „Fernab jeglicher Ideologien“, so vhs-Leiter Stefan Moos. Dazu achtet die Volkshochschule besonders auf die Qualität ihrer Kursleitungen und Kurse, die sich einem strengen Prüfungsverfahren unterziehen müssen. Gleichzeitig sorgt ein umfangreiches Fortbildungsprogramm dafür, dass die Kursleitungen immer am Puls der Zeit sind. So gibt es auch Yoga inzwischen in unzähligen Formen, wie etwa das sportliche Power Yoga oder das ruhigere Yin Yoga. „Da ist garantiert für jeden Typ etwas dabei“, so Kerber.

AUSPOWER-TYP

Er würde lieber eine große Runde um den Park laufen, als auf dem Sofa zu entspannen: Der Auspower-Typ braucht Bewegung. Fehlender Sport kann sogar Stress hervorrufen. Erst wenn er an seine körperlichen Grenzen kommt, gelingt es ihm, im Kopf abzuschalten. „Bewegung hilft, die Dinge mit anderen Augen zu sehen und sie gar nicht mehr so wichtig zu nehmen“, erklärt Kerber. Ob Jogging, Fitness oder Step-Aerobic – die vhs hat zahlreiche Bewegungskurse im Angebot – und das für jeden: ob für Anfänger, Fitness-Cracks, Schwangere oder Senioren.

Das Beste daran: Alle Kurse finden in Gemeinschaft statt. Dabei lässt sich Stress besonders gut vergessen, weil man vom Team mitgezogen wird. So etwa beim beliebten Zumba, einem tanzorientierten Fitness-Workout zu lateinamerikanischer Musik. Es ist einfach zu lernen, zudem kann jeder die Belastung und Intensität selbst bestimmen. Dabei verbessert Zumba die Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination und stärkt die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System. Gleichzeitig hilft es, Stress abzubauen, und „macht ungeheuer Laune“.


Genauso hilfreich: Bewegung im Freien. Verschiedene Sinneseindrücke sorgen für optimale Ablenkung vom Alltagsstress, während frische Luft und ein angeregter Blutkreislauf das Wohlgefühl und die Glückshormonausschüttung steigern. (Mehr dazu hier)

Auspowern gegen den Stress: Erst wenn der Schweiß fließt und man an die körperlichen Grenzen kommt, kann sich der Auspower-Typ im Alltag entspannen.

KREATIVER TYP

Vielseitig interessiert und mit offenen Augen durchs Leben gehend, saugt der kreative Typ allerlei Eindrücke in sich auf. Um sie zu verarbeiten, muss er seiner Kreativität freien Lauf lassen. Dabei kommt er schnell auf andere Gedanken und entspannt. Kreativ zu sein bedeutet aber nicht, der perfekte Künstler zu sein, und beschränkt sich genauso wenig auf die bildenden Künste wie Malerei. Kreativ zu sein meint einfach nur, etwas zu gestalten – ganz gleich was. Und hierfür bietet das Kursprogramm der vhs unzählige Möglichkeiten: etwa Comiczeichnen, Holz- und Steinbildhauerei oder Drucktechniken. (Mehr dazu hier)


„Auch Fotos mit dem Handy gehören dazu“, ergänzt Steinisch, Programm-Managerin Kultur. Mit dem Smartphone fotografiert fast jeder. Aber wie macht man damit richtig gute und begeisternde Bilder? „In unseren Kursen beschäftigen wir uns auch damit, was ein gutes Bild ausmacht, wie man es gestaltet und wie sich gute Ideen umsetzen lassen.“


KULTURELL INTERESSIERTER TYP

Was für viele anstrengend klingt, ist für den kulturell interessierten Typ Entspannung pur: Er erholt sich am besten, indem er Neues dazulernt. „Damit kommt grundsätzlich jeder vhs-Kurs in Frage“, sagt vhs-Leiter Stefan Moos nicht ohne ein Augenzwinkern. Tatsächlich aber schafft die kulturelle Erwachsenenbildung in ihrer Offenheit für alle Bürger Zugänge zur Kultur und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, sie fördert Integration und Inklusion. Ein gutes Beispiel sind Sprachkurse: Eine neue Sprache zu lernen, macht Spaß und hat ganz praktische Vorteile. „Gleichzeitig entwickeln wir so ein Verständnis für andere Kulturen und lernen, offen zu sein.“ Das hilft uns, auch im Alltag so manches gelassener zu sehen. Kurzum: „Kultur macht uns stark“, so Moos. Das gilt für die Auseinandersetzung mit Geschichte, Politik und den Künsten genauso wie für das Kochen internationaler Gerichte.